Als Eltern haben wir alle unsere ganz eigenen Methoden, die Herausforderungen des täglichen Lebens zu meistern. Wir sind uns sicher genug, Entscheidungen zu treffen, von denen wir wissen, dass sie für unsere Kinder am besten sind. Trotzdem ist es es immer interessant, die Ansicht eines Experten zu hören. Einen Einblick zu bekommen in das, was wir tun und wie wir es tun, kann Einfluss darauf haben, wie unsere Kinder sich fühlen, aufwachsen und entwickeln.

Dr. Remo H. Largo

Schweizer Kinderarzt und Autor

Spielen im Freien und die Freiheit, dabei auch gewisse Risiken eingehen zu dürfen, sind wichtige Bestandteile jeder Kindheit. Hier erklärt Dr. Largo, wie Eltern mit diesen Situationen umgehen können und erläutert, warum die Unterstützung der Eltern für die Entwicklung eines Kindes so wichtig ist.

“Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.”

Dr. Largo verwendet dieses afrikanische Sprichwort häufig. Es fasst seinen sanften, fördernden und ermutigenden Ansatz zur Erziehung von Kindern sehr schön zusammen.
Quelle: afrikanisches Sprichwort

“Die grundlegenden Dinge, die Kinder zum Gedeihen benötigen, laut Dr. Largo…”

„Wohlbefinden und Selbstwertgefühl hängen wesentlich davon ab, ob sich ein Kind geborgen fühlt. Die folgenden Bedingungen sollten in jedem Alter erfüllt sein:
- Das Kind fühlt sich nicht allein gelassen.
- Es hat immer Zugang zu einer vertrauten Person.

Wenn ein Kind diese Erfahrungen machen kann, bildet sich folgendes Grundgefühl: Ich fühle mich aufgehoben. Diese Welt ist ein sicherer Ort. Wenn ich Hilfe und Schutz brauche, erhalte ich sie.”
Quelle: Kinderjahre, Remo H. Largo, S. 235

“Dr. Largo dazu, Kinder frei spielen zu lassen…”

Es kann verlockend sein, das Spiel unserer Kinder bis ins kleinste Detail zu kontrollieren. Dr. Largo ist jedoch der Ansicht, dass es besser für sie ist, selbst frei entscheiden zu können, was sie tun wollen.

„Für das Kind bedeutet Lernen nicht, Fähigkeiten und Wissen zu erwerben, sondern Erfahrungen zu machen.“

„Aus den selbstbestimmten Erfahrungen gewinnt das Kind sein Selbstvertrauen. Eltern sollen dem Kind die Erfahrungen ermöglichen, die es für seine Entwicklung braucht.“

„Wenn sich ein Kind von seiner Neugier leiten läßt, bestehen seine Erfahrungen immer auch aus Irrtümern, Umwegen und Mißerfolgen, die wesentlich dazu beitragen, daß das Kind Lernstrategien entwickeln und konfliktfähig werden kann. Aus den selbstbestimmten Erfahrungen gewinnt das Kind sein Selbstvertrauen.“
Quelle: Kinderjahre, Remo H. Largo, S. 265/266

Dr. Remo Largo

Dr. Largo wurde 1943 in der Schweiz geboren. Nach seinem Studium der Medizin in Zürich, begann er, Entwicklungspädiatrie in Los Angeles zu studieren. Seine akademische Arbeit und wissenschaftlichen Abhandlungen fanden international große Beachtung und ihm wurden mehrere Auszeichnungen verliehen. Als Beststeller-Autor von Sachbüchern zur Erziehung hat Dr. Largo sein wertvolles Wissen erfolgreich für Eltern zugänglich gemacht. Er ist Vater von drei Töchtern und lebt derzeit in der Schweiz in Uetliburg.

“Wenn dem Kind seine Freiheit gelassen wird – zum Beispiel, um die Außenwelt zu erkunden – wird dies vom Kind vielmehr als Ausdruck von Liebe wahrgenommen…”

„Wenn die Eltern das Kind bestimmen lassen, erlebt es dies als Zuwendung: Die Eltern nehmen mich ernst, sie lassen mich so, wie ich bin, und vertrauen mir.“
Quelle: Kinderjahre, Remo H. Largo, S. 265

“Umgang mit Gefahren, wenn Kinder draußen spielen…”

Dr. Remo vertritt einen interessanten und sinnvollen Ansatz für den Umgang mit Risiken.

„Die Mutter schreitet erst ein, wenn sich das Kind in Gefahr bringt. Das Kind fühlt sich behütet und unterstützt: meine Mutter gibt mir jederzeit den notwendigen Rückhalt, schränkt mich aber nicht ein.“
Quelle: Kinderjahre, Remo H. Largo, S. 258

“Dr. Largos allgemeine Philosophie im Hinblick auf die Erziehung…”

„Das Ziel der Erziehung besteht darin dem Kind zu helfen, sich zu entwickeln und glücklich zu werden. Kinder brauchen Liebe und Anerkennung. Das oberste Gebot der Erziehung ist: Du sollst auf der Seite des Kindes stehen.“
Quelle: Kinderjahre, Remo H. Largo, S. 348